TagungsberichtA story worth telling – Die transdisziplinäre Fachtagung KonstruktionsgeschichtenNarrationsbezogene Ansätze stellen einen besonders gewinnbringenden und innovativen Zugang zu den Gegenständen der Religionsforschung dar. Das war eines der Ergebnisse der transdisziplinären Pro*Doc-Fachtagung Konstruktions-geschichten, die vom 11. bis 12. Oktober 2010 stattfand. Die Tagung zeichnete sich durch interessante Panels und Vorträge aus: In vier Panels zu den Themen Transmediales sowie Lebensgeschichtliches Erzählen, Metanarrative und Text und Kontext wurde die Bandbreite der Thematik vorgestellt und diskutiert. Das Panel Transmedialität beschäftigte sich beispielsweise mit der erzählerischen Dimension von nicht textbasierten Medien. Neben instruktiven grundlegenden Überlegungen zur Begriffsbestimmung von transmedialem Storytelling wurden mehrere Anwen-dungsbeispiele – aus den Bereichen Fantasy-Rollenspiel und -Games sowie Bild – vorgestellt. Eine Analyse von Runensteinen zeigte exemplarisch die Narrativität von Bildern als einer metasprachlichen Kategorie auf. Im Themenkomplex Lebensgeschichtliches Erzählen näherten sich die Referenten dem Thema sowohl durch systematisch - theologische Grundüberlegungen als auch religionswissen-schaftliche Fallstudien zum Beispiel zur narrativen Identität messianischer Juden in Israel an. Das Panel Meta-Narrative thematisierte die Konstruktion von Wissenschaft und Religion . Es wurde beispielsweise die Frage aufgeworfen, ob Erzählungen vom Klimawandel als religiöse Meta-Erzählungen im Sinne Lyotards verstanden werden können. Des Weiteren wurde auf der Tagung die Funktion von Narrativen diskutiert: Sie können als Motoren für Diskursaushandlungen und auch als Legitimationsstrategien – zum Beispiel für Staatsgründungen – dienen. Die Panels endeten jeweils mit der Response eines Fachexperten: zu Gast waren Jörg Schweinitz (Filmwissenschaft), Alexandra Grieser (Religionswissenschaft), Jens Schlieter (Religionswissenschaft) und Alexander Heit (Theologie). Die Diskussion in den Panels wurde ergänzt durch anregende Keynote Vorträge und Inputs der Narratologen Matías Martínez (Wuppertal) und Ralf Schneider (Bielefeld) sowie des Religionswissenschaftlers Jürgen Mohn. Besonders an der Tagung war zweierlei: Zum einen wurde sie ausschliesslich von Mitgliedern des Graduiertenprogramms des ZRWP organisiert, welche die Panels leiteten und auch Vorträge hielten. Zum anderen war es eine der ersten – wenn nicht die erste – Tagung im deutsch-sprachigen Raum, welche die Schnittstelle von Religion und Narration zum Thema hatte. Im Anschluss wird nun ein Sammelband zur Thematik erscheinen. Zu Beginn der Tagung merkte der Leiter des Forschungskollegs des ZRWP Georg Pfleiderer an, dass Erzählen und Erzählt bekommen vor allem Vergnügen bedeutet. Auch eine Tagung über Geschichten bereitet Vergnügen – und unsere nicht zuletzt durch das römische Ambiente ihres Austragungsortes, des Landguts Castelen. Rafaela Eulberg, Doktorandin (Universität Luzern) |
TagungsprogrammTransdisziplinäre FachtagungKonstruktionsgeschichtenNarrationsbezogene Ansätzein der Religionsforschungvom 11. bis 12.Oktober 2010auf dem Landgut Castelenin Kaiseraugst bei Baselinfo
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